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Krankheiten

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen (bitte anklicken):

Coronaviren und FIP


Hüftgelenksdysplasie - HD

H C M (Feline Hypertrophische Kardiomyopathie)

P K D (Polycystic Kidney Disease)


Coronaviren und FIP

Oft werden bei einer Gesundheitskontrolle oder zur Abklärung einer Erkrankung bei einer Katze Blutuntersuchungen und Antikörpersuchtests durchgeführt. Dabei fällt manchmal auch ein erhöhter
Antikörper gegen Coronaviren auf. Leider hält sich bei Katzenhaltern und Tierärzten immer noch
hartnäckig das Vorurteil, dass eine Katze mit erhöhtem Antikörpertiter gegen Coronaviren an FIP
erkrankt ist und unweigerlich sterben muss.Das ist falsch! Schon viel zu viele gesunde Katzen sind wegen dieses Vorurteils unnötigerweise eingeschläfert worden.

Was sind Coronaviren ?

Coronaviren sind bei Katzen weit verbreitet. Die Viren dringen über die Mund- und Nasenschleimhäute
ein, vermehren sich dort und in der Darmschleimhaut und führen so zu Durchfallerkrankungen, manchmal
auch zu Schnupfensymptomen.FIP (feline infektiöse Peritonitis) ist eine gefürchtete Komplikation einer Coronavireninfektion, die jedoch nur bei einem geringen Prozentsatz der mit Coronaviren infizierten Katzen auftritt. Es gibt also ohne Coronavireninfektion kein FIP, aber bei weitem nicht jede Coronavireninfektion führt zu FIP.


Was passiert mit einer Katze, die Kontakt mit Coronaviren hatte?

Während der Erkrankung scheidet die Katze Coronaviren mit dem Kot aus. Manche Katzen können die Viren nicht vollständig eliminieren und scheiden sie weiter aus, ohne selbst krank zu sein. In jedem Fall bildet die Katze während der Infektion Antikörper gegen die Coronaviren, die man im Blut nachweisen kann. Die Antikörper schützen allerdings nicht vor einer erneuten Infektion.

Gibt es einen FIP-Test? Nein. Unglücklicherweise wird der Antikörpersuchtest von vielen Labors immer noch FIP-Test genannt, dabei handelt es sich lediglich um einen Test, mit dem man Antikörper gegen Coronaviren feststellen kann. Je höher der so genannte Antikörpertiter ist, desto mehr Antikörper hat die Katze im Blut. Ein hoher Titer besagt, dass die Katze vor kurzem Kontakt mit Coronaviren hatte; je niedriger der Titer ist, desto länger liegt die Infektion zurück.Ein negativer Titer besagt, dass die Katze entweder noch niemals mit Coronaviren in Kontakt gekommen ist, oder dass das schon sehr lange her gewesen ist. Ein hoher Coronaviren-Antikörpertiter kommt bei FIP und einer harmlosen Coronavireninfektion gleichermaßen vor. Er ist kein Beweis dafür, dass die Katze an FIP erkrankt ist!


Wie entsteht FIP?

Coronaviren mutieren relativ leicht, das heißt, sie verändern ihr Erbgut, wenn sie sich vermehren. Wenn diese Veränderung dazu führt, dass die Viren nicht mehr nur die Zellen der Darmschleimhaut befallen, sondern
durch die Darmwand in das Blut gelangen können, kommt es zur felinen infektiösen Peritonitis. Die Viren befallen Makrophagen, Fresszellen im Blut, und vermehren sich dort. Außerdem setzten sie eine Kettenreaktion in Gang, die dazu führt, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet. Diese Reaktion ist unumkehrbar. Zunächst ist der Antkörpertiter, wie bei einer Coronavireninfektion, hoch, er sinkt jedoch im Verlauf der Erkrankung ab und kann am Ende sogar negativ sein.Eine FIP-kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, FIP selbst ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch recht große Mengen gewöhnlicher Coronaviren aus.


Wie wird FIP diagnostiziert?

FIP ist sehr schwer zu diagnostizieren. Der Coronavirentiter kann positiv oder auch negativ sein, ein hoher Titer ist kein Beweis dafür, dass es sich wirklich um FIP handelt.Bei Verdacht auf FIP kann eine Untersuchung der Bluteiweiße, eine Untersuchung eines evtl. vorliegenden Ergusses und die Summe der klinischen Veränderungen weiterhelfen. Es gibt keine typische Veränderung
bei FIP, die Diagnose stützt sich eher auf das Zusammenkommen mehrerer Symptome.FIP kann nur anhand gründlicher Untersuchungen und auch durch die Beobachtung des Krankheitsverlaufes sicher diagnostiziert werden.


Kann ich meine Katze davor schützen, FIP zu bekommen?

Wenn eine Katze niemals Kontakt mit Coronaviren hat, wird sie niemals FIP bekommen. Solche Katzen kann man auch impfen, wobei der Nutzen der Impfung umstritten ist. Katzen mit positivem Coronavirentiter darf
man nicht impfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Coronaviren im Körper der Katze zu FIP-Viren mutieren, ist umso höher, je mehr sich die Viren vermehren. Wie es dazu kommt, ist nicht genau bekannt.Man weiß jedoch, dass Stress, eine hohe Katzendichte und häufige Neuinfektionen das Risiko erhöhen. Katzen in Tierheimen oder auch bei Züchtern habe also ein höheres Risiko als solche, die alleine oder zu wenigen in einem Haushalt leben. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn eine Katze neu in einen Haushalt kommt. Ob die Katze nun bereits Kontakt mit Coronaviren hatte, oder sich bei der alteingesessenen Katze infiziert, ihr Immunsystem ist durch den Umstellungsstress geschwächt, die Viren können sich leichter vermehren und evtl. zu FIP-Viren mutieren.Da Coronaviren vor allem über den Kot übertragen werden, ist ein häufiges Säubern der Katzentoiletten eine gute Vorbeugemaßnahme.


Sind meine anderen Katzen gefährdet, wenn ein Tier an FIP erkrankt?

Nicht direkt. Die kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, das FIP-Virus selbst ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch am Anfang der Erkrankung sehr viele Coronaviren aus, an denen sich die anderen Katzen infizieren könnten. Und je mehr Viren, desto höher die Gefahr einer Mutation bzw. von FIP. Außerdem bedeutet eine kranke Katze Unruhe und Stress für die anderen.Es ist also sinnvoll, die kranke Katze von den anderen zu trennen. Aus demselben Grund wird empfohlen, einige Wochen zu warten, bevor man eine neue Katze in einen Haushalt holt, in dem eine Katze an FIP gestorben ist.


Gibt es eine Möglichkeit, FIP zu heilen?

Leider gibt es bei FIP keine Heilung. Man kann allenfalls versuchen, den Verlauf etwas aufzuhalten.


Hüftgelenksdysplasie - HD

Jeder Tierfreund hat schon von Hüftgelenksdysplasie, kurz HD genannt, bei Hunden gehört. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass es diese auch bei Katzen gibt. Idealerweise liegt der Hüftkopf exakt in der Hüftpfanne, so dass beides praktisch eine Einheit bildet. Bei einer HD liegt der Hüftkopf nicht exakt in der Hüftpfanne,
weil sie nicht optimal ausgebildet ist oder sich zuviel Knorpelgewebe darin befindet.  Da Katzen aber im Gegensatz zu Hunden eine etwas anders gebaute Hüfte und ein leichteres Gewicht zu tragen haben, als die meistens betroffenen großen Hunde, bleiben sie in der Regel symptomfrei und haben keine Beschwerden. Obgleich HD in allen Rassen und auch bei Hauskatzen vorkommt, findet man relativ selten eine Katze, die unter der Krankheit leidet, also Symptome dieser Krankheit zeigt. Immer mehr Züchter möchten, dass es auch so bleibt. Deshalb gehen auch immer mehr Züchter dazu über, die Hüften ihrer Katzen röntgen und von erfahrenen Tierärzten beurteilen zu lassen. Katzen mit "schlechten" Hüften werden dann nicht oder nur sehr sparsam zur Zucht eingesetzt.Der Erbgang der Hüftdysplasie ist polygenetisch. Das bedeutet, dass es eine Mehrzahl an "ungeeigneten" Genen braucht, um "ungeeignete" Hüften zu entwickeln. Durch die Vermeidung von Katzen mit "ungeeigneten" Hüften vermindert man das Vorkommen dieser unerwünschten Gene.  Bei versehentlich häufiger Verwendung (durch „nicht röntgen“) riskiert man eine Anhäufung dieser unerwünschten Gene im Genpool der einzelnen Rassen und vermehrt damit das Auftreten symptomatischer HD, also Katzen, die unter ihren schlechten Hüften leiden.Die Maine Coon ist nicht wie fälschlicherweise behauptet wird, besonders anfällig, es ist nur zurzeit im Vergleich zu anderen Rassen  eine höhere Bereitschaft der Vorsorge bei  Maine Coon Züchtern zu beobachten.


H C M (Feline Hypertrophische Kardiomyopathie)

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die am meisten verbreitete Herzerkrankung bei Katzen. Heimtückisch entwickelt sie sich und schreitet langsam fort und erste Zeichen sind meist unmerklich oder überhaupt nicht vorhanden. Eine Katze, die immer gesund erschien kann plötzlich sehr schnell sehr krank werden oder sogar unerwartet sterben.Die hypertrophe Kardiomyopathie ist eine Herzmuskelerkrankung, bei welcher sich die Muskelwände der linken Herzkammer abnormal verdicken. Strukturen des Herzinneren, wie die Papillarmuskeln, verdicken sich ebenfalls. HCM wird diagnostiziert, wenn es abgeklärt ist, dass die Verdickung des Herzmuskels nicht durch eine andere Krankheit - wie z.B. Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), Bluthochdruck oder eine andere der verschiedenen eher seltenen Erkrankungen – verursacht wurde. HCM tritt bei Katzen in nahezu jeder Alterstufe auf. In einigen Rassen konnte eine familiäre Häufung der Fälle beobachtet werden, und hier wurde in den meisten Fällen bereits HCM diagnostiziert, wenn die Tiere noch nicht einmal 5 Jahre alt waren. Obwohl bei Katzen eine spezifisch genetische Mutation bisher noch nicht gefunden werden konnte, deutet das Vererbungsmuster in den Katzenfamilien, wie beim Menschen, auf ein autosomal dominantes Gen hin.Bis jetzt wurden keine viralen oder diätetischen Ursachen für HCM identifiziert, weder beim Menschen noch bei Katzen.Wenn sich HCM entwickelt und fortschreitet verändert sich die Struktur des Herzens und beeinflusst seine Funktion in verschiedener Weise. Während das bekannteste Zeichen für HCM die verdickte Wand der linken Herzkammer ist, kann die frühe HCM ebenso durch vergrößerte Papillarmuskeln charakterisiert werden, sowie einem Effekt, den man SAM (engl. systolic anterior motion) nennt und eine hörbare und messbare zusätzliche Bewegung der Mitral-Herzklappe bezeichnet. Diese abnormale Bewegung der Mitralklappe kann teilweise den Blutfluss von der linken Herzkammer zur Aorta behindern. Die abnormale Stellung der Klappe ermöglicht es auch, dass Blut zurück fließt oder teilweise im linken Vorhof verbleibt. Dieser Fehler in der exakten Stellung der Herzklappe verursacht ein hörbares Geräusch beim Zusammenziehen des Herzmuskels (Systole), das bei
Erregung lauter werden kann und leiser, wenn sich die Katze entspannt. Bei HCM wird die verdickte linke Herzwand langsam steif und verhindert so, dass die Herzkammer erschlaffen und sich mit normalem Druck neuerlich mit Blut aus dem linken Vorhof füllen kann. Mit dem steigenden Druck in der Herzkammer steigt auch der Druck im linken Vorhof, der sich nun auch langsam vergrößert. Der gestiegene Druck beeinflusst nun auch die Kapillaren in der Lunge und dem Gewebe des Brustkorbes, indem er Flüssigkeit aus diesen Kapillaren in die Lunge presst und Ödeme verursacht, und in die Brusthöhle, wo sich ein Erguss bilden kann. Man nennt diese Abnormalitäten Kongestive Herzfehler. Sie erschweren der Katze das Atmen.Der Blutfluss im linken Vorhof verlangsamt sich, Blutgerinnsel bilden sich in dieser Herzkammer. Reißt sich so ein Blutgerinnsel los, wird es vom Blutstrom in das Kreislaufsystem geschwemmt, wo es sich dann an einer Engstelle festsetzt und den Blutfluss in die dahinter liegenden Körpergegenden blockiert. Ein klassisches Beispiel ist die Lähmung der Hinterbeine, welche eintritt, wenn ein Gerinnsel sich an jener Stelle festsetzt, wo sich die Aorta aufteilt, um jedes Bein mit Blut zu versorgen. Es wird üblicherweise als Sattelthrombose bezeichnet.Äußerliche Zeichen der HCM gehen von einer kaum bemerkbaren Erhöhung der Atemzüge bis zu markanten Zeichen von Atmungsschwierigkeiten, Sattelthrombose oder dem plötzlichen Tod einer eben noch ganz gesund erscheinenden Katze. Erste Anzeichen können so unscheinbar sein, dass sie nicht einmal ein besonders
aufmerksamer Katzenbesitzer bemerkt. Viele Katzen mit HCM entwickeln ein Herzgeräusch, einen Gallopprythmus oder einen erhöhten Herzschlag, die der Tierarzt vielleicht anlässlich einer Routineunter-suchung zufällig entdeckt. Ein Echokardiogramm (Herzultraschall) mit Color flow Doppler Imaging, einer speziellen Ultraschalluntersuchung, ist die eindeutig beste Methode, um HCM zu diagnostizieren. Während Elektrokardiogramm (EKG) und Röntgen den Tierarzt mit zusätzlichen nützlichen Informationen versorgen können, sind sie nicht geeignet, um eine adäquate Diagnose zu stellen. HCM kann auch mittels Nekropsie (die veterinäre Autopsie) festgestellt werden, der Kliniker muss verschiedene Faktoren, wie die Stärke der linken Herzkammerwand, das Gewicht des Herzens und die Größe des linken Vorhofes in Betracht ziehen. Oftmals zieht sich das Herz im Augenblick des Todes noch zusammen und lässt die Herzkammerwand verdickt erscheinen. Daher kann eine Verdickung der Herzkammerwand allein noch nicht für die Diagnose HCM herangezogen werden. Das Gewicht eines normalen Katzenherzens sollte weniger als 20 Gramm betragen.Derzeit gibt es leider noch keine Heilung von HCM. Der Tierarzt verschreibt ein oder mehrere Medikamente, um die Symptome des Herzfehlers zu mildern und die Herzfunktionen so gut als es geht zu unterstützen. Die Behandlungen und verordneten Medikamente unterscheiden sich je nach den klinischen Symptomen der Katze und den funktionellen Störungen. Die üblichen Medikamente für Katzen mit HCM sind Calcium Blocker und Beta Blocker, ob sie nun schon unter dem Herzversagen leiden oder bevor es noch dazu kommt. Beta Blocker wirken sich auf die Verminderung von SAM (die fehlgelenkte Bewegung der Mitralklappe) aus. Katzen, deren Herz bereits versagt, brauchen entwässernde und herzunterstützende (ACE = angiotensin converting enzyme) Medikamente. Sollte sich Flüssigkeit im Brustraum angesammelt haben, ist eine Entwässerung vonnöten. Aspirin oder andere Agenten können zur Vermeidung von Blutgerinnseln gegeben werden. Eine Katze die an Atemnot leidet, ein akutes Herzversagen oder eine Beinlähmung hat, gehört unverzüglich unter tierärztliche Aufsicht. Es gibt nichts, was Sie zu Hause tun können, um Ihrer Katze in so einem Fall zu helfen.Wenn Sie Fragen über die Behandlung Ihrer Katze haben, so besprechen Sie das bitte mit Ihrem Tierarzt. Versuchen Sie nie Ihrer Katze Medikamente ohne tierärztlichen Rat und Aufsicht zu geben!Es ist schwer, den Verlauf von HCM vorauszusagen, die Krankheit kann sehr schnell voranschreiten oder sie kann sich auf einen längeren Zeitraum stabilisieren. Das Gute ist, dass eine Katze mit milder bis moderater HCM einige Jahre ein ziemlich normales Leben haben kann. Die schlechte Seite ist, dass die Langzeitprognose für eine Katze mit schwerem Herzfehler oder einer Sattelthrombose leider sehr düster ist, trotz allerbester Bemühungen.


P K D (Polycystic Kidney Disease)

Das polyzystische Syndrom ist eine Erbkrankheit der Katzen. 1998 ist diese Erbkrankheit der Katzen in Diskussion geraten, die für ganz erheblichen Wirbel unter den Katzenzüchtern und Katzenhaltern gesorgt hat:
die PKD. "PKD" bedeutet "Polycystic Kidney Disease", zu deutsch: polyzystische Nierenerkrankung. Die Krankheit ist weder neu, noch beschränkt sie sich nur auf Katzen. Auch beim Menschen, beim Schwein, Hund, Schaf, Rind, Pferd sowie Ratte und Maus sind solche Krankheitsbilder bekannt. Auch treten die Zysten, wie der Name bereits andeutet, nicht nur in den Nieren auf, häufiger sind auch andere Organe betroffen, z.B. die Leber in etwa 10 % der Fälle. Das besonders Wichtige bei dieser Krankheit ist, dass sie mit den Erbanlagen weitergegeben wird. Das krankmachende Gen wird dominant vererbt, so dass besonders viele Nachkommen betroffen sind. Besonders häufig ist die PKD bei Perserkatzen und Exotic Shorthair, aber auch bei Maine Coon, British Shorthair / Kartäuser und Norwegischen Waldkatzen ist diese Krankheit zu beobachten; kurz gesagt Rassen, bei denen Perserkatzen zum Erreichen bestimmter Merkmale eingekreuzt wurden. Ebenso ist deshalb auch bei Mischlingen von Perserkatzen (Perser-Mix) mit dem Auftreten dieser Erbanlagen zu rechnen.Nach dem Tierschutzgesetz ist es strikt verboten, mit Tieren zu züchten, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei deren Nachkommen Erbschäden auftreten. (§ 11 b TSchG). Eine Züchtung mit Katzen, die diese Erbanlagen tragen, ist als so genannte Qualzucht strafbar.


PKD

Von Seiten der Züchter: Weil sich natürlich kein Züchter mit seiner ernsthaft betriebenen Liebhaberei auch noch strafbar machen will, ist eine Früherkennung der Erkrankung wichtig. Da es zurzeit für Katzen noch keinen Gentest gibt, müssen die Zysten im Körper der Tiere gesucht werden. Dafür ist die Ultraschall-untersuchung geeignet. Tiere können ab der 10. Lebenswoche getestet werden, jedoch ist eine sichere Diagnose erst im Alter von ca. 10 Monaten möglich. Nicht jedes Ultraschallgerät ist für die Untersuchung geeignet: Gerätetechnisch kommen nur absolut hochwertige Maschinen in Frage, denn die Zysten, die in diesem Alter gesucht werden, sind oft weniger als einige Millimeter groß! Außerdem gibt es in der Niere auch natürliche Hohlräume: das Nierenbecken. Im Ultraschallbild lassen sich Zysten im Bereich des Nierenbeckens nur schwer ausfindig machen. Hier ist vor allem die Erfahrung des Untersuchers mit dieser Erkrankung ausschlaggebend. Eine Liste der Praxen, die PKD - Untersuchungen vornehmen, finden Sie auf der Homepage der PKD - Interessenvertretung. Achten Sie als Züchter darauf, dass der Untersucher den ganzen Bauchraum
schallt und den Bereich über den Nieren sorgfältig frei geschoren hat. Wichtig ist auch, dass der Tierarzt Ihnen keinen Persilschein ausstellt: Ihr Tier muss eindeutig zu identifizieren sein und das geht nur mit dem
Mikrochip. Perserkatzen sind besonders stark betroffen, hier ist mit einer Befallsrate von weit über 25 % aller Tiere zu rechnen. Bei manchen Züchtern sind sogar über 80 % der Zuchttiere betroffen.Von Seiten der Halter: Natürlich möchten Sie als zukünftiger Katzenhalter nicht unbedingt für teures Geld ein Tier erstehen, das einen versteckten Mangel hat. Am besten wird es sein, wenn Sie sich vor dem Kauf eine Bescheinigung vorlegen lassen, in der ein Tierarzt bestätigt, dass es bei der Ultraschalluntersuchung keinen Hinweis auf PKD gab. Bezeichnenderweise trifft das aber auf die - wenig verbleibenden – Zuchttiere zu, welche die Züchter vermutlich ungern verkaufen möchten. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber etwas warten, denn es ist nicht schwer, PKD – freie Tiere zu züchten: man nehme zwei gesunde Eltern und das Problem ist beim nächsten Wurf gelöst! Züchter, die Ihnen die PKD - Freiheit ihrer Zucht nicht gewährleisten können, sind entweder nicht informiert oder -wahrscheinlicher- nicht seriös. In jedem Fall verstoßen sie gegen das Tierschutzgesetz.

Wird Ihr Tier krank werden, wenn es diesen Mangel trägt? Das ist nicht vorhersehbar. Selbst relativ große Zysten müssen weder zum Ausbruch der Krankheit noch zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen: Katzen haben eine Lebenserwartung von weit über 14 Jahren, ob die Erkrankung zu ernsthaften Symptomen führt, hängt dabei hauptsächlich von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die Zysten in der Niere vergrößern. Das funktionierende Nierengewebe wird zur Seite gedrängt und beschädigt. Außerdem können Schmerzen durch Dehnung der Nierenkapsel auftreten, wie wir es von der Nierenkolik kennen. Wichtig ist für Sie als Katzenhalter, dass Sie zumindest ab dem 8. Lebensjahr regelmäßig einen Checkup machen lassen, um rechtzeitig eine Veränderung der Nierenwerte zu erkennen.

Die Krankheit: Das Krankheitsbild ist in der Hauptsache davon abhängig, wie viel Platz die Zysten in der Niere beanspruchen. Kleine Zysten fallen klinisch nicht auf, auch die Nierenwerte im Blut werden sich nicht verändern. Große und viele Zysten brauchen entsprechend Platz und können das gesunde Nierengewebe nahezu völlig verdrängen. Die Funktion der Nieren lässt allmählich immer mehr nach, man spricht von chronischer Niereninsuffizienz. Das ist ein klinischer Begriff, der nichts weiter aussagt, als dass die Nierenleistung zu wünschen übrig lässt. Nicht nur die PKD, sondern auch eine ganze Reihe von anderen Nierenerkrankungen führen zur chronischen Niereninsuffizienz. Die Behandlung ist in allen Fällen nahezu identisch:


Chronische Niereninsuffizienz:
Etwa die Hälfte aller Katzen über 10 Jahre zeigen Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz. Eine der Ursachen der chronischen Niereninsuffizienz ist die PKD. Von der chronischen Niereninsuffizienz sind auch andere Rassen, als die "klassischen" PKD-Rassen (s. o.) betroffen. Für den Tierarzt verdächtig sind deshalb grundsätzlich alle Katzen, die älter sind als 10 Jahre, denn: Eine Früherkennung der Krankheit gibt es nicht, im Gegenteil: Wenn die Nierenwerte ansteigen, sind bereits etwa
75% der Nierensubstanz geschädigt. Verdächtig für eine Niereninsuffizienz sind Katzen, die allmählich abnehmen oder allmählich Durst entwickeln. Auch die Urinmenge (und damit der "Pieselklumpen" im Katzenklo) wird größer.Als Symptome der Erkrankung können dann
hinzukommen:

* Katze trinkt vermehrt Wasser
* Das Haarkleid wird struppig
* Die Haut wird dünner
* Katze riecht aus dem Mund
* Katze erbricht, hauptsächlich in der Nacht
* Katze wirkt abwesend, ist in der Nacht aber unruhig
* Katze hat manchmal keinen Appetit.

 
Sollten mehr als zwei dieser Symptome bei einer älteren Katze zusammenkommen, ist eine gründliche Untersuchung der Nieren, einschließlich einer Blutuntersuchung angezeigt. Die chronische Niereninsuffizienz kann nicht geheilt werden. Sie schreitet langsam fort. Die Behandlung der Krankheit hat zum Ziel, das Fortschreiten zu verlangsamen. Die wichtigste Säule der Behandlung ist die Umstellung der Nahrung auf eine spezielle Nierendiät(gibt es beim Tierarzt). Gelingt die Umstellung nicht, ist eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich. Katzen mit Niereninsuffizienz können den Wasserhaushalt nicht regulieren (daher die großen Urinmengen) und brauchen evtl. Unterstützung in Form von Infusionen. Die Infusionstherapie ist sehr erfolgreich und führt oft dazu, dass die Katze ein mehr oder weniger normales Leben ohne nennenswerte Einschränkung der Lebensqualität führen kann. Medikamente werden nur eingesetzt, um die Begleitsymptome, wie z.B. das Erbrechen abzuschwächen. Viele Katzen mit Niereninsuffizienz brauchen außer ihrer strengen Diät keine weitere Medikation.


mit freundlicher Genehmigung: http://www.maine-coon-hilfe.de/html/wissenswertes.html